Stockwerkeigentum: Rechte und Pflichten der Eigentümer

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Das Stockwerkeigentum ermöglicht es, Immobilieneigentum zu erwerben, ohne ein gesamtes Grundstück kaufen zu müssen. Der Erwerber erlangt dadurch ein Sonderrecht zur ausschließlichen Benutzung und Verwaltung bestimmte Gebäudeteile, nämlich der Wohnung sowie der Nebenräume (Kellerabteile, Estriche, Bastelräume). Die übrigen Gebäudeteile stehen im Miteigentum aller Stockwerkseigentümer. Deswegen unterscheiden sich die Rechte und Pflichten eines Stockwerkeigentümers von denen eines Hauseigentümers.
Innerhalb der eigenen Stockwerkseinheit kann der Eigentümer grundsätzlich tun und lassen, was er will, solange nicht gemeinschaftliche Bauteile beeinträchtigt werden. In diesem Rahmen sind auch Umbauten zulässig, es ist z.B. aber darauf zu achten, dass keine Trittschalldämmungen beschädigt werden. Dagegen gelten andere Regeln für die Benutzung der Räumlichkeiten, die gemeinschaftliches Eigentum darstellen. Hierzu zählen z.B. Treppenhaus und Eingangsbereich, aber auch eventuelle Wasch- und Trockenräume oder eine Tiefgarage. Hier ist grundsätzlich weder das Aufstellen oder Aufhängen von Gegenständen, noch das Rauchen oder Abspielen von Musik erlaubt.
Ist ein Garten, eine Terrasse oder Parkplätze vorhanden, sind diese gemeinschaftliches Eigentum der Hausgemeinschaft. Anders als z.B. am Treppenhaus können hieran aber Sondernutzungsrechte bestehen. Dadurch können einzelne Stockwerkeigentümer zur ausschließlichen Benutzung berechtigt werden, anders als bei dem Sonderrecht an der Wohnung berechtigt dies aber nur zum gewöhnlichen Gebrauch und nicht zu Substanzveränderungen. Fest im Boden verankerte Spielzeuge oder Mauern dürfen deswegen nicht eigenmächtig errichtet werden, soweit keine anderen Regelungen getroffen wurden gilt dies auch für das Pflanzen von Bäumen und Sträuchern. Hierfür ist eine Erlaubnis der Eigentümergemeinschaft erforderlich.
Grundlegende Entscheidungen, wie z.B. über die Vornahme baulicher Veränderungen, trifft die Stockwerkeigentümerversammlung. Diese ist das gesetzlich zwingend vorgeschriebene Organ der Stockwerkeigentümergemeinschaft und hat mindestens einmal im Jahr stattzufinden. Sie entscheidet unter anderem auch über die Bestellung eines Verwalters und genehmigt den Kostenvoranschlag, die Rechnung und die Verteilung der Kosten unter den Eigentümern.

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