Immobilienfinanzierung in Österreich

Artikel gespeichert unter: Österreich


Die Finanzierung von Immobilien erfolgt überwiegend durch Kreditverträge, die durch die Begründung eines Grundpfands gesichert werden können. Das Immobilienleasing ist überwiegend im gewerblichen oder kommunalen Bereich verbreitet.

Kreditvertrag
Für den Abschluss eines Kreditvertrags genügt im Allgemeinen, dass sich die Vertragspartner darüber einig sind, dass der Kreditgeber dem Kreditnehmer bestimmte Zahlungsmittel zur Verfügung stellt. Darin unterscheidet er sich von einem Darlehensvertrag, der erst durch die Auszahlung der Darlehensvaluta wirksam wird. Der Kreditnehmer ist zur Zahlung der Zinsen, bestimmter Provisionen sowie zur Rückzahlung verpflichtet. Forderung und Rechtsgrund, sowie die genaue Ausgestaltung der Vertragsmodalitäten oder Sicherungen werden durch den Vertrag festgeschrieben. Auch etwaige besondere Informationsrechte (z.B. bei Haustürgeschäften von Verbrauchern) sind dabei zu beachten. Wird der Kredit gemeinsam durch Ehegatten aufgenommen, treffen die finanzierende Bank zudem besondere Belehrungspflichten über die Möglichkeit einer Inanspruchnahme beider Ehepartner oder die Folgen bei einer Ehescheidung. Dies gilt auch, wenn ein Ehegatte eine persönliche Haftung für den Kredit des anderen übernommen hat.
Die Auszahlung des Kredits erfolgt gewöhnlich auf ein Treuhandkonto des Notars oder Rechtsanwalts, der mit der Abwicklung des Immobiliengeschäfts betraut ist, um die wechselseitige Leistungserbringung beider Vertragsparteien abzusichern.
Zu beachten ist, dass sowohl für Darlehens- und Kreditverträge als auch für Verträge, durch die zur Sicherstellung einer Verbindlichkeit eine Hypothek bestellt wird, eine an den Staat abzuführende Gebühr nach dem Gebührengesetz fällig wird. War bereits der Kreditvertrag gebührenpflichtig, entfällt die Gebühr für die Bestellung der Hypothek. Die Kosten für ihre Eintragung im Grundbuch bleiben indes bestehen.

Sicherung des Kredits
Nach § 448 ABGB kann an unbeweglichen Sachen ein Pfandrecht begründet werden, das Hypothek oder Grundpfand genannt wird. Wie für den Eigentumserwerb an Grundstücken, so sind auch für die Begründung von Hypotheken ein Titel und die Einverleibung im Grundbuch als Erwerbsmodus notwendig.
Allen Hypotheken ist eigen, dass sie das Bestehen einer Forderung sichern, von der sie abhängig sind (Akzessorietät). Allerdings bestehen unterschiedliche Arten der Hypothek. Der sog. Verkehrshypothek liegt lediglich eine bestimmte Forderung zugrunde. Meistens wird hierdurch eine bestimmte Darlehensforderung sowie daraus resultierende Zinsen, Zinseszinsen oder Verzugszinsen sowie bestimmte Nebengebühren und Kosten abgesichert. Wurde das Darlehen sowie die gesicherten Zinsen, Kosten und Nebenkosten zurückgezahlt, kann die Hypothek gelöscht werden. Bestehen an einer Liegenschaft mehrere Pfandrechte, ist der Eigentümer meistens hierzu verpflichtet.
Beliebt sind aber auch Höchstbetragshypotheken. Hierbei wird ein Höchstbetrag angegeben, bis zu diesem die Hypothek auch mehrere Forderungen sichern bzw. mehrmals ausgenützt werden kann. Ein weiterer Vorteil dieses Grundpfands besteht darin, dass nur einmal die relativ hohen Eintragungsgebühren fällig werden. Allerdings kann nach der Rechtsprechung für eine Höchstbetragshypothek kein vollstreckbarer Notariatsakt errichtet werden.

Haben Sie Fragen? E-Mail an das Forschungsinstitut

« Verbraucherschutz beim Kauf von Immobilien in Österreich     Mieten und Vermieten von Wohnraum in Spanien »

Themen

Links

Feeds