Wohnungseigentum in Luxemburg

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Das luxemburgische Recht kennt die Möglichkeit, einen Anteil an einem Gebäude zu Eigentum zu erwerben.
Dadurch wird zum einen Sondereigentum (partie privative) an einem Gebäudeteil erworben, an dem der Eigentümer fortan die ausschließliche Verfügungsgewalt hat, zum anderen entsteht Miteigentum an solchen Gebäudeteilen, deren Benutzung allen Eigentümern gemeinschaftlich zusteht (quote-part des parties communes). Die Aufteilung des Gebäudes ist in ein Verzeichnis, den sog. cadastre vertical, einzutragen.
Wird das Eigentum an einem Gebäude auf diese Weise in Teileigentum aufgespaltet, entsteht kraft Gesetzes eine Eigentümergemeinschaft. Diese wird durch ihre Organe, die Eigentümerversammlung sowie dem Verwalter, verwaltet. Die Eigentümerversammlung hat alle wichtigen Entscheidungen über das Gemeinschaftseigentum zu treffen. Daneben ist im Regelfall ein Beirat zur Kontrolle des Verwalters zu bestellen, die Eigentümerversammlung kann dies aber durch einen mit qualifizierter Mehrheit gefassten Beschluss abdingen.
Verpflichtend vorgeschrieben ist auch die Gemeinschaftsordnung, nach der sich die Rechte und Pflichten der Wohnungseigentümer und die Verwaltungsregeln richten. Zu beachten ist vor allem, dass ein einzelner Wohnungseigentümer nicht nur persönlich für alle von ihm oder seinem Mieter verursachte Schäden haftet, sondern daneben auch anteilig für Verbindlichkeiten der Eigentümergemeinschaft. Er ist deswegen unter Umständen einem direkten Zugriff durch Gläubiger der Eigentümergemeinschaft ausgesetzt.

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