Grundpfandrechte in Luxemburg

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Zur Sicherung eines Kredits kann ein Grundstück dergestalt belastet werden, dass sich der Gläubiger durch dessen Verkauf befriedigen kann, wenn seine Forderung nicht absprachegemäß beglichen wird. Im luxemburgischen Recht steht als solches Grundpfandrecht die Hypothek zur Verfügung.
Diese zeichnet sich dadurch aus, dass sie streng vom Bestand der zu sichernden Forderung abhängig ist. Man bezeichnet dies als Akzessorietät. Sofern die gesicherte Forderung ganz oder teilweise erlischt, verringert dies also automatisch auch den Umfang der Hypothek. Eine Grundschuld wie im deutschen Recht ist nicht bekannt.Hypotheken können durch Rechtsgeschäft, kraft Gesetzes oder durch Gerichtsurteil entstehen. Sie sind im Hypothekenregister des entsprechenden Arrondissements einzutragen. In Luxemburg wird eine Hypothek stets auf eine bestimmte Dauer begründet, deren Laufzeit mit der Eintragung beginnt. Auch eine Verjährung (préscription) ist möglich. Allerdings kann dem Notar bei Begründung der Hypothek ein Dauerauftrag zur Überprüfung und eventuell notwendigen Erneuerung einer von ihm eingetragenen Hypothek erteilt werden. Kommt es zu einer Insolvenz des Schuldners, sichert sie die Vorrangstellung des Gläubigers am Verkaufserlös des Grundstücks. Indes ist eine Sicherung des Rangs des Gläubigers durch eine Vormerkung, wie sie z.B. im deutschen Recht existiert, dem luxemburgischen Recht fremd.
Kommt es zu einem Verkauf des Grundstücks und genügt der Kaufpreis nicht, um den Gläubiger zu befriedigen, kann der Notar ein „Grundstücksbereinigungsverfahren“ durchführen. Dies ist notwendig, da Grundstückseigentum unbelastet zu übertragen ist. Es kommt dabei zu einer Befriedigung des Gläubigers durch den oder die neuen Eigentümer des Grundstücks, ohne dass es für die Ablösung der Hypothek einer Zustimmung des Gläubigers bedarf. Dieser ist indes vorher zu benachrichtigen und kann unter Umständen eine Zwangsverwertung des Grundstückes verlangen.
Hypotheken können nicht nur durch Rechtsgeschäft, sondern auch kraft Gesetzes oder durch Urteil entstehen. Gerade bei gesetzlichen Hypotheken besteht eine große Ähnlichkeit zu Vorzugspfandrechten an Grundstücken („Privilèges“). Diese können nur durch Gesetz entstehen und verleihen dem, zu dessen Gunsten sie bestehen, eine Vorrangstellung gegenüber anderen Gläubigern des Schuldners. Sie gehen grundsätzlich Hypotheken vor.
Der wesentliche Unterschied zwischen gesetzlichen Hypotheken und gesetzlichen Vorzugspfandrechten an Grundstücken liegt darin, dass Hypotheken zugunsten bestimmter Personen eingeräumt werden, Vorzugspfandrechte dagegen an bestimmte Eigenschaften der gesicherten Forderung geknüpft sind.

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