Welche Funktion hat das englische Grundstücksregister?

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Das englische Grundstücksregister (land register) existiert in seiner jetzigen Form seit 1925. Die Einführung sollte vor allem den Nachweis von Berechtigungen an Grundstücken erleichtern, da diese bis dahin nur durch eine lückenlose Kette von „deeds“ erbracht werden konnte.

Inhalt
Das land register ist in drei Abteilungen gegliedert. Das „property register“ gibt die an einem Grundstück bestehenden Rechte an, das „proprietorship register“ nennt den jeweiligen Inhaber und eventuell bestehende Verfügungsbeschränkungen. Die dritte Abteilung des Grundstücksregisters gibt Auskunft über weitere Belastungen des Grundstücks (charges register).
Ziel ist es, die an einem Grundstück bestehenden Rechte und Belastungen möglichst vollständig und richtig wiederzugeben. Dies beinhaltet allerdings nicht die Aufdeckung der Berechtigungen hinter eingetragenen Trusts. Um die möglichst vollständige Erfassung aller Grundstücke zu garantieren, ist seit 2002 für zahlreiche Grundstücksgeschäfte eine Registrierungspflicht vorgesehen.

Wirkungen
Das land register besitzt zwar nicht dieselbe entscheidende Bedeutung wie das deutsche Grundbuch, es entfaltet jedoch eine vergleichbare positive Publizitätswirkung. Dies bedeutet, dass ein im land register eingetragener Inhaber eines legal estates als tatsächlicher Inhaber gilt. Er ist zu sämtlichen zulässigen Übertragungen und Belastungen berechtigt, wenn keine Verfügungsbeschränkung im Register vermerkt ist. Für Rechtsverluste, die ein Inhaber eines eingetragenen Rechts wegen eines Fehlers bei der Registrierung erleidet, haftet der Staat.

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