Der englische Bauvertrag

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Im englischen Recht gibt es keinen „spezifischen“ Vertragstyp des Bauvertrages. In der Praxis findet sich meist die Bezeichnung als „construction contract“, es wird aber tatsächlich zwischen einer Vielzahl möglicher Vertragsarten unterschieden. Die Begrifflichkeiten sind deswegen sehr uneinheitlich.
Inhalt
Der wesentliche Inhalt des Bauvertrages ist die Verpflichtung des Bauunternehmers, ein fest mit dem Erdboden verbundenes Bauwerk zu errichten und dafür gegebenenfalls das erforderliche Material bereitzustellen sowie die Verpflichtung des Bauherren, dafür die vereinbarte Gegenleistung zu entrichten. Im Unterschied zum deutschen Recht schuldet der Bauunternehmer nicht einen bestimmten Erfolg (die Herstellung eines Gebäudes, das dem vereinbarten Zweck und der geschuldeten Qualität entspricht), sondern nur die Erbringung der Dienstleistung. Dabei ist er aber zur erforderlichen Sorgfalt bei Auswahl des Materials und Ausführung der Bauleistung verpflichtet. Bei einer Verletzung dieser Pflichten kann der Bauherr einen Anspruch auf Schadensersatz geltend machen.
Standardverträge
In der Praxis werden die Rechte und Pflichten der Vertragspartner durch die Verwendung von Standardverträgen geregelt. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Vertragsmuster, die von verschiedenen Institutionen herausgegeben werden. Besonders bedeutsam sind die Standardverträge des Joint Contracts Tribunals. Dieses gibt z.B. für kleine Vorhaben den Minor Works Building Contract 2005 heraus; für größere und mittlere Unternehmen gelten der JCT  Standard Building Contract with Quantities, Edition 2005 und der Intermediate Building Contract 2005.
Diese Standardverträge müssen grundsätzlich mit dem geltenden Recht übereinstimmen, da sie keinen Gesetzesrang haben. Eine Verdrängung allgemeiner rechtlicher Regelungen durch die speziellen Vertragsbedingungen ist aber möglich, sofern nicht gegen zwingendes Recht verstoßen wird.

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