Der Verlust der Wohnung? - Das Gewaltschutzgesetz Teil 1

Artikel gespeichert unter: Deutschland - Mietrecht


A. Einleitung

Gewalt, sei es körperlich oder seelisch, wird oft im familiären bzw. engen sozialem Rahmen ausgeübt. Gewalt im eigenen Haus ist deshalb der Alltag vieler Opfer und zwar unabhängig von der sozialen Stellung der Betroffenen. Die Dunkelziffer ist hoch und Polizeistatistiken belegen, dass es sich um ein gravierendes gesellschaftliches Problem handelt. Auffallend ist der hohe Anteil gewalttätiger Männer.

Die Betroffenen sind dagegen häufig Frauen und Kinder. Diese können sich am wenigsten schützen. Erst recht im häuslichen Bereich, zumal diese Form der Gewalt in der Gesellschaft immer wieder heruntergespielt und nicht Ernst genommen wurde. Auch heute noch wird zu schnell nach einer Entschuldigung für häusliche Gewalt ge-sucht, diese verharmlost. Dazu kommt, dass die Opfer häufig aus Angst und Scham keine Hilfe suchen. Das hängt auch damit zusammen, dass das Vertrauen in staatliche Hilfe fehlt. Diese können Schutz nach Vorstellung der Betroffenen nicht sinnvoll gewährleisten, weil die Quelle der Gewalt ja zuhause und beispielsweise die Polizei nur kurzzeitig anwesend ist.

Deshalb kommt es vor, dass die Opfer oft über viele Jahre hinweg leiden und sich nicht von häuslicher Gewalt befreien können. Am Ende steht dann in manchen Fällen ein abschließendes Szenario, in dem sich die Betroffenen selbst mit Gewalt befreien wollen. Solche Fälle stellen einen rechtlich kaum mehr zu fassenden Endpunkt dar. Aus diesem Grund ist die Erweiterung von Ansprechpartnern, beispielsweise Frauenberatungsstellen und Frauenhäusern, immer wichtiger geworden.

Aber das alleine genügt meist nicht. Leidtragende sind immer die im Haushalt leben-den Kinder. Dabei spielt es keine Rolle, wenn nicht sie, sondern ein Elternteil das unmittelbare Opfer ist. Denn Gewalt zwischen Eltern mitzuerleben, prägt die weitere Entwicklung der Kinder. Kinder- und Jugendschutz setzt also schon zuhause an.

Betreibt man Ursachenforschung, so findet man für häusliche Gewalt keine eindeuti-ge Erklärung. Es spielen individuelle und soziale Gründe eine Rolle.

Haben Sie Fragen? E-Mail an das Forschungsinstitut

« Das deutsche Wohnraummietrecht     Der Verlust der Wohnung? Das Gewaltschutzgesetz - Teil 2 »

Themen

Links

Feeds