Die 9 wichtigsten Tipps zum Thema Nebenkosten

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  1. Nebenkosten müssen Sie als Mieter nur dann bezahlen oder dürfen Sie als Vermieter nur verlangen, wenn im Mietvertrag eine wirksame Vereinbarung enthalten ist, dass der Mieter die Nebenkosten zu zahlen hat. Nach dem Gesetz muss der Mieter die Nebenkosten nicht tragen, sondern der Vermieter. Nur wenn es richtig im Mietvertrag vereinbart worden ist und zwar eindeutig und klar beispielsweise durch einen Hinweis auf die Betriebskostenverordnung, dann hat der Mieter die Nebenkosten zu tragen.
  2. Sie haben als Mieter das Recht, die Nebenkostenbelege einzusehen. Der Vermieter muss Ihnen die Möglichkeit geben, die Nebenkostenabrechnungen zu prüfen. Sie dürfen sich Kopien machen und nach neuester Rechtssprechung dürfen Sie die Nebenkostenabrechnungen sogar fotografieren. Kontrollieren Sie, dass bei den Nebenkostenabrechnungen immer der Vermieter als Rechnungsempfänger enthalten ist.
  3. Die Nebenkostenabrechnungen müssen auch unbedingt Ihr Objekt betreffen. Hier sind oftmals viele Fehler enthalten, wie beispielsweise die Situation, dass mehrere Objekte zusammen gefasst werden, obwohl dies nach dem Mietvertrag gar nicht möglich ist.
  4. Manche Vermieter schicken einfach bei Eigentumswohnungen die Wohngeldabrechnungen an die Mieter. Hier gibt es bei den neueren Abrechnungen schon eine Trennung zwischen umlegbaren und nichtumlegbaren Nebenkosten. Der Mieter muss natürlich die nichtumlegbaren Nebenkosten nicht bezahlen.
  5. Bei den Wasserkosten fällt oftmals auf, dass die Summe der Einzelwasserkosten der Mieter niedriger ist, als der Gesamtwasserverbrauch. Es handelt sich hierbei um das so genannte Tröpfchenwasser. Dies ist das Wasser, dass durch die Leitung fließt bevor die Wasseruhren überhaupt anfangen zu laufen. Der Vermieter darf nach der Rechtssprechung auch diese Kosten umlegen.
  6. Der größte Streit besteht oftmals bei den Hausmeisterkosten. In der Praxis sagen wir, dass je weiter der Vermieter von dem Mietobjekt entfernt wohnt, desto größer ist die Fehlergefahr, dass der Hausmeister auch Verwaltungskosten übernimmt. Führt der Hausmeister auch Reparaturen im Haus durch, dann sind dies Hausmeisterkosten, die nicht umlagefähig sind. Hat der Vermieter diese Kosten nicht von den Hausmeisterkosten getrennt, dürfte die Nebenkostenabrechnung schon aus diesem Grund unwirksam sein.
  7. Achtung bei den so genannten Wartungskosten. Oftmals enthalten die Wartungskosten Kosten für Reparaturteile, die selbstverständlich nicht umgelegt werden können. Hier sollten die Abrechnungen vom Mieter wie vom Vermieter genau betrachtet werden.
  8. Bedenken bestehen auch bei Heizkostenabrechnungen, bei denen der Mieter nachweisen kann, dass durch den Keller Heizrohre laufen, die nicht isoliert wurden. Hier sind Heizungsverluste gegeben, die an sich in die Heizkostenabrechnung Eingang finden müssen und zu einer Reduzierung der Heizkostenrechnung Anlass geben.
  9. Beachten Sie bitte, dass ein Streit über Nebenkosten bei Gericht teuer sein kann. Empfehlenswert sind die einschlägigen Rechtsschutzversicherung, die das Risiko für Mieter und Vermieter reduzieren. Nach Ansicht der Verfasser ist es günstiger, eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen, weil oftmals auch bei Nebenkostenstreitigkeiten teure Gutachten eingeholt werden und letztendlich die Kosten dann oftmals bei weitem die Abrechnung übersteigt.

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