Grundpfandrechte im belgischen Recht

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Das belgische Recht kennt die Beleihung eines Grundstücks mit einem Grundpfandrecht als Kreditsicherungsmittel nur in Form der Hypothek. Eine Grundschuld ist unbekannt. Die Hypothek zeichnet sich durch ihre strenge Akzessorietät aus. Das bedeutet, dass die Hypothek stets nur im gleichen Umfang bestehen kann wie die Forderung, die sie sichert. Möglich ist aber auch eine Sicherung von Forderungen, die nur bedingt oder befristet Bestand haben oder erst zukünftig in einem bestimmten oder bestimmbaren Umfang entstehen sollen.
Zur Entstehung der Hypothek genügt prinzipiell ihre notarielle Beurkundung, indes entfaltet sie ihre Rechtswirkungen erst ab der Eintragung beim Hypothekenverwahrer. Die Eintragung ist also keine Wirksamkeitsvoraussetzung. Vor diesem Zeitpunkt können die Rechte, die die Hypothek verleiht, Dritten aber nicht wirksam entgegen gehalten werden. Bestehen mehrere Hypotheken, richtet sich ihre Reihenfolge ebenfalls nach dem Zeitpunkt der Eintragung. Eine vorteilhafte Rangposition kann auch nicht durch eine Vormerkung gesichert werden, da dieses Rechtsinstitut dem belgischen Recht unbekannt ist. Ab Eintragung besteht zugunsten des Hypothekengläubigers auch ein Folgerecht gegenüber späteren Erwerbern des Grundstücks, sodass diese die Hypothek gegen sich gelten lassen müssen.
Die Hypothek verleiht sowohl bei einer Einzelzwangsvollstreckung als auch bei einer Zwangsversteigerung im Wege der Insolvenz dem Inhaber das Recht einer bevorzugten Befriedigung aus dem Verkaufserlös. Allerdings kann der Hypothekengläubiger das Grundstück nicht selbst verkaufen, die Verwertung geschieht durch eine Pfändung und öffentliche Versteigerung der Immobilie.
Das belgische Recht sieht vor, dass eine vertragliche Begründung der Hypothek nur befristet möglich ist. Eine Hypothek erlischt deswegen nach 30 Jahren, sofern sie nicht rechtzeitig verlängert wird. Nur durch eine rechtzeitige Verlängerung kann auch der Rang einer Hypothek gewahrt werden.

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